Wir leben in einer Konsumgesellschaft, die fixiert ist auf Dinge und Zeug. Um sozial adaptiv zu sein, laufen viele von uns blind einem Ideal von Reichtum und Geld hinterher, um dann mehr Zeug zu kaufen und damit vielleicht Leute zu beeindrucken, die wir nicht mögen, während wir dabei die ganze Zeit unser Leben mit Dingen zumüllen, die wir eigentlich nicht brauchen. Doch nur weil man mehr Geld und Dinge hat, heißt das nicht automatisch, dass man glücklicher ist. Das ist jedem klar.
Wer dagegen wenig Geld hat, ist gezwungen, darüber nachzudenken, was er wirklich braucht und will. Doch ein solcher frugalistischer Lebensstil gelingt in unserer Gesellschaft nicht vielen und kann bei entsprechend dispositionierten Menschen langfristig zu Frustration und finanziellen Eskapaden führen. Dazu kommt, dass ein Leben mit wenig Geld eine Person dazu verleitet, das zu behalten, was sie hat. Und so kann auch Armut dazu führen, dass sie in einem Meer von Zeug untergeht.
Der eine ist fixiert auf mehr tolles Zeug, das er nicht braucht, der andere auf das teils nutzlose Zeug, das er hat und nicht loslassen kann, weil er ja so wenig hat und damit auskommen muss. Wie kommen wir weg von dieser Fixierung auf Zeug? Ist das in unserer Gesellschaft überhaupt möglich? Eine Antwort hierauf könnte der Minimalismus sein.
Minimalisten streben danach, mit wenigen materiellen Gütern auszukommen. Die geringere Quantität an Gütern komplementieren sie dann häufig mit einer höheren Qualität. Darüber hinaus ist Minimalismus eng mit unserem Lebensstil von Just-in-Time-Lieferungen und der Idee verbunden, dass wir alles, was uns keine Freude bereitet und was wir nicht bald brauchen, loswerden (verkaufen, verschenken, wegwerfen), da wir es im Bedarfsfall in kurzer Zeit für wenig Geld neu erwerben können.
Dass Minimalismus auf diese Weise auch ein eher teurer Lebensstil ist, der je nach Ausführung auch ökologisch problematisch werden kann, leuchtet ein. Dazu kommt, dass man durch Minimalismus auch nicht weg kommt von der Fixierung auf Zeug – stattdessen verschieben wir nur die Art der Fixierung: Davon mehr Zeug haben zu wollen oder Zeug behalten zu wollen hin zum Drang, Zeug loszuwerden.
Lässt sich Frugalismus, der sparsame Umgang mit Geld, und Minimalismus, der Besitz weniger Dinge, miteinander vereinbaren? Wie kann das Ganze dabei auch noch möglichst ökologisch gestaltet werden? Und wie kommen wir dabei endlich von unserer ständigen Fokussierung auf Gegenstände weg?
If you are rich you can buy more stuff to impress people you do not like while cluttering your life with things you do not need. If you are have less, you are forced to think about what you really want, but you will be tempted to keep thing you still need.
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